Fit durch Flensburg


Flensburg hat viel zu bieten, manches ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, anderes
selbst Einheimischen fremd. Unsere Autorin Imke Voigtländer biegt in versteckte Gassen ab, guckt in die Vorgärten oder macht auf nur scheinbar Uninteressantes am Wegesrand aufmerksam. Diesmal geht es vom Alten Friedhof in die Marienhölzung

Die vier ersten Etappen wurden bereits im „SBV-Boten“ veröffentlicht, Sie finden die Texte und Fotos zum Herunterladen weiter unten.

Der Idstedt-Löwe auf dem Alten Friedhof – mein ursprünglich geplanter Ausgangspunkt für diesen fünften Teil des Flensburg-Spazierganges – ist vorübergehend unpässlich. Grund dafür ist das Bauprojekt „Christiansens Gärten“. Vom Bauabschnitt Alter Friedhof ist auch die steinerne Großkatze betroffen und findet sich umringt von Bauzäunen, Flatterband und Bauarbeitern.

Statt eines Blickes in die bewegte deutsch-dänische Geschichte steht deswegen diesmal – passend zur beginnenden kälteren Jahreszeit – ein äußerst bewegungsanimierender Abschnitt auf dem Plan. Vom Alten Friedhof aus geht es über die Selckstraße in die Wrangelstraße, eine besonders hübsch bebaute Straße, die von einer Baumallee gesäumt ist.


Es geht weiter in Höhe DIAKO in den Marienhölzungsweg – das ist auf jeden Fall der richtige Weg, denn da wartet meine heutige Haupt-Herausforderung: der Fitness-Trail in der Marienhölzung.

Erst einmal folge ich aber dem Schild „Idrætshallen“ in die Elisabeth-Oschatz-Dethleffsen-Straße. Ich habe gehört, da geht es auch bewegt zu. „Idræt“ ist dänisch und heißt „Sport“. Die Idrætshallen ist folgerichtig die Sporthalle der dänischen Minderheit. Die Halle fasst über 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauer – und das ist auch gut so, denn hier spielt unter anderem der Dansk Håndbold Klub Flensborg (DHK) auf und bringt die Halle zum Beben. Heute steht allerdings kein Spiel auf dem Plan.


Zurück durch die Elisabeth-Oschatz-Dethleffsen-Straße geht es weiter in die Nerongsallee, dann rechts in die Straße Am Schützenhof und damit zielstrebig auf die nächste Sportanlage zu: die Sönke Voß-Halle des TSB, benannt nach einem besonders engagierten und langjährigen Mitglied. Auch hier ist aber zumindest an diesem Nachmittag der Platz noch leer.

Dafür geht es jetzt im Laufschritt durch den Hermann-Löns-Weg und zurück auf den Mareinhölzungsweg und direkt in die Marienhölzung. In dem Forst wurde 2020 der erste Flensburger Fitness-Trail eröffnet. Der Rundkurs ist 1.400 Meter lang und wird durch Stationen mit Sportgeräten und Anleitungen zu verschiedenen Übungen ergänzt. Meine Versuche, mich sportlich zu betätigen, lassen eher darauf schließen, dass ich deutlich öfter hier unterwegs sein sollte. Spaß macht es aber trotzdem.


Wesentlich ernsthafter und effektiver sieht das Training bei Kevin Hock, Stefan Baade und Nico Stänner aus. Sie machen aktuell ihre Ausbildung in der Landesfeuerwehrschule in Harrislee und ausgiebig Hocksprünge, während ich mich fürs Foto mit einem Dehnschritt begnüge. „Zum Feierabend machen wir zwei- bis dreimal die Woche Training hier im Wald“, sagt Kevin Hock. „30 bis 45 Minuten Laufen mit ein paar Übungen an den Stationen.“ Die drei begegnen mir noch zweimal und sehen erstaunlicherweise auch beim dritten Treffen noch ausgesprochen fit aus. Ich nutze das nächste Gerät, um einfach mal abzuhängen. Vielleicht ziehe ich für den nächsten Spaziergang ja wieder die Turnschuhe an …

 Bildquelle (alle): Imke Voigtländer
 

Die bisherigen Etappen des Stadtspaziergangs zum Nachlesen:

Teil 1: Ostsee pur!
Teil 2: Von Sonnenhängen und süßen Tüten
Teil 3: Versteckte "Hinterhof-Parks"
Teil 4: Geheimnisvolle Logen